ICCO-Plattform für interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit in der Kieferorthopädie

ICCO steht für »interdisciplinary competence center for orthodontics». Die internationale Plattform hat sich zum Ziel gesetzt, die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Kieferorthopädie zu fördern. Marcel J. Scacchi berichtet über die Ziele, die Hintergründe, was konkret geplant ist und inwiefern KieferorthopädInnen von einer Mitgliedschaft profitieren.

 

Plattform für interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit in der KFO

Lebenslanges Lernen ist einer Grundpfeiler der ICCO-Plattform. Fotos: ICCO


Wir haben uns lange überlegt, was wir noch tun können, um Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, den Nutzen der kieferorthopädischen Therapie für die Patienten zu steigern und damit einen Beitrag zur Entwicklung der Kieferorthopädie zu leisten. Durch die Digitalisierung sind sehr grosse Veränderungen im Gang, die Therapien, Prozesse und das Berufsbild auf lange Frist beeinflussen werden. AnwenderInnen sind gefordert sich zu informieren, zu orientieren, auszubilden und neue Technologien und Erkenntnisse in die tägliche Arbeit einfliessen lassen. Das gelingt nicht immer störungsfrei und ein Fehlentscheid kann teuer werden.
Hier wollen wir ansetzen. Gemeinsam mit Ihnen und sorgfältig ausgewählten Fachleuten wollen wir sachliche, fachgerechte Informationen, Orientierung und Erfahrungsaustausch anbieten, ohne kommerzielle Nebengeräusche. Und zwar auf drei Ebenen: Weiterbildung, Digitalisierung und klinische Anwendung. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Privatpraxis, Klinik oder Universität entsteht ein Forum mit dem Ziel, die Kieferorthopädie praxisnah und zum Wohl aller Beteiligten weiterzuentwickeln.

Marcel J. Scacchi: "Mit dem ICCO wird das strukturierte Lernen und der Kontakt untereinander zum Nutzen des Patienten gefördert und unterstützt."


Multidisziplinäre Zusammenarbeit
Um zukünftige Herausforderungen gemeinsam zu meistern, entsteht die internationale Plattform ICCO, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Kieferorthopädie zu fördern. Dabei sollen strukturiertes Lernen und der Kontakt unter Kolleginnen und Kollegen zum Nutzen der Patienten gezielt gefördert und unterstützt werden. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage hat gezeigt, dass solch ein Konzept begrüsst und von unterschiedlichsten Gruppen unterstützt wird.
Die Bedürfnisse sind vorhanden, die Interessen identifiziert – jetzt geht es darum, die Organisation zum Leben zu erwecken.
In den nächsten Wochen und Monaten wird ICCO als Verein in Zürich gegründet, vorgängig werden Strukturen, Prozesse und Rahmenbedingungen etabliert.

Aus- und Weiterbildung
«Continuing Professional Development» ist ein Konzept für das lebenslange Lernen von PraktikerInnen, das eine Weiterentwicklung der zahnärztlichen Fortbildung zur Folge hat. CPD-Fortbildungskonzepte ziehen die Erfahrung der KollegInnen in die Weiterbildung mit ein. Praxishandeln wird analysiert und aktiv verändert, wenn sich die Notwendigkeit zeigt. Dieses Konzept hat sich bewährt, wenn es darum geht, die Effizienz von Fortbildungen zu erhöhen. CPD wird einer der Pfeiler des Weiterbildungskonzepts des ICCO.

 

Der Vorstand der ICCO-Plattform.

Digitalisierung
Digitale Vernetzung, Community-Plattformen und personalisierte Versorgung sind die drei digitalen Entwicklungen, die ZahnärztInnen beschäftigen. Digitale Systeme sind für die moderne Zahnmedizin essenziell, ob Anamnese, Diagnose, Planung oder Therapie – die Abläufe werden effektiver und sicherer. Die Digitalisierung wird ihren Weg in der Zahnmedizin fortsetzen, und ICCO wird die AnwenderInnen durch geeignete Informationen, Weiterbildungen und Produkte begleiten.

Klinische Evidenz
Die Kieferorthopädie leistet zwar einen entscheidenden Beitrag dazu, die Lebensqualität betroffener PatientInnen zu verbessern. In der jüngeren Vergangenheit haben jedoch kritische Publikationen bezüglich kieferorthopädischer Behandlungsverfahren ein gewisses Medieninteresse gefunden (z. B. IGES-Gutachten). Leider gibt es in der Kieferorthopädie noch nicht ausreichend Erkenntnisse, die dem Goldstandard (d. h. randomisierte, kontrollierte Studien) genügen. Hier will das ICCO im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützend wirken und Initiativen koordinieren.

Fazit und Ausblick
Mit dem Ziel, KieferorthopädInnen in ihrer Arbeit zu unterstützen und den Nutzen für PatientInnen zu steigern, wird das ICCO seine Arbeit aufnehmen. Die wichtigsten Elemente bilden dabei die Förderung des multidisziplinären Austauschs, CPD-Fortbildungen zu aktuellen Themen, das Vorantreiben der Digitalisierung und die Erweiterung der klinischen Dokumentation. Das Basismodell dieser Art der Zusammenarbeit hat sich in der Schweiz seit vielen Jahren in anderen Bereichen der Medizin hervorragend bewährt. Zu nennen sind hier einige erfolgreiche Beispiele, wie die AO, ITI, IBRA und die OSTEOLOGY FOUNDATION.

 

Werden Sie jetzt Mitglied unter www.iccortho.org

ICCO Association
Fortunagasse 15, 8001 Zürich
info@iccortho.org

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