Gelungene Premiere des IRED Lugano Symposiums

Der erste Schweizer Online-Kongress war ein voller Erfolg. Der Live-Stream des IRED Lugano Symposium präsentierte sich am 9. Mai 2020 als rundum gelungener Online-Kongress. Das gesamte Symposium bleibt für die Teilnehmer weiterhin online zugänglich und ist für alle anderen weiterhin als Online-Streaming buchbar.

 

IRED goes online

Der erste Schweizer Online-Kongress war ein voller Erfolg!


Nach vielen Monaten der Vorbereitung und diversen Umplanungen aufgrund von Corona präsentierte sich der Live-Stream des IRED Lugano Symposiums am 9. Mai 2020 als rundum gelungener Online-Kongress. In einer interdisziplinären Auseinandersetzung wurden ZahnärztInnen, ZahntechnikerInnen und DentalhygienikerInnen von renommierten Experten auf den neuesten Stand des Wissens in Parodontologie, Implantologie und Prothetik gebracht.
Bereits bei der Eröffnung durch PD Dr. Goran Benic und Dr. Fidel Ruggia aus Lugano war die Freude sichtbar: Zum eine über das Interesse an der Online-Veranstaltung und am IRED, über das Engagement des gesamten Teams und über den Fortbildungswille der schweizerischen, italienischen und deutschen Teilnehmer. Mit viel Herzblut war die Premiere akribisch geplant und mit viel Enthusiasmus perfekt umgesetzt.

 

Sicherlich eine spannende und neue Erfahrung für die renommierten Referenten, die es sonst gewohnt sind live vor dem Auditorium zu sprechen. Dieses Mal ging es darum sich vor den Fernsehkameras in Szene zu setzen. Die gesamte Session wurde aufgezeichnet, so besteht weiterhin die Chance sich online Wissen anzueignen. Gleichzeitig wird die non-profit-Initiative unterstützt. Denn die Erträge des Symposiums werden ausschliesslich der Lehre und Forschung zukommen.

Interdisziplinäre Teamarbeit
«Wir haben uns durch Covid-19 nicht entmutigen lassen, sondern die Chance genutzt», so PD Dr. Goran Benic bei der Eröffnung. Dr. Fidel Ruggia betonte, wie wichtig Teamarbeit in der täglichen Praxis sei. Für eine erfolgreiche Therapie ist ein Team aus Zahnarzt, Zahntechniker und Dentalhygienikerin wichtig. Alle müssen interdisziplinär zusammenarbeiten und das sei auch der Ansatz des Symposiums.

Parodontologie
Mit den parodontalen Voraussetzungen für die rekonstruktive Therapie befasste sich Prof. Dr. Niklaus  Lang im Eröffnungsvortrag. Um die Risikoanalyse und Prävention von Parodontitis und Periimplantitis ging es bei Prof. Dr. Giovanni Salvi. Live zugeschaltet war im Anschluss Dr. Mario Roccuzzo, der über die Behandlung von Periimplantitis und evidenzbasierte klinische Protokolle sprach. Am Ende der Paro-Session – wie auch nach den anderen Themenblöcken – stellten sich die Referenten den Fragen der Moderatoren. Über ein Chatfenster hatten Teilnehmer die Chance, auch ihre Fragen loszuwerden. Thematisiert wurden die Patientenmotivation, die Rolle der DH und verschiedene Behandlungsansätze.
  


Implantologie
Im nächsten Themenblock sprach Prof. Dr. Karl Dula über die Thematik der 3D-Diagnostik in der Implantologie. Er prognostizierte, dass die Implantologie mehr und mehr von der geführten Implantation geprägt wird. Dr. Luca De Stavola, aus Italien zugeschaltet, überzeugte mit einer starken Präsentation und beeindruckenden Bildern zur Augmentation stark atrophischer Kiefer. Er zeigte chirurgische Verfahren für vorhersagbare Ergebnisse, die auch im Chat lobend kommentiert wurden. Live im Studio begab sich  Prof. Dr.  Dr. Christoph Hämmerle auf die Suche nach Grenzen der Implantate in atrophischen Kiefern ohne Knochenaufbau. Er zeigte, dass die Verwendung von kurzen, wenigen und schmalen Implantaten dazu beiträgt, Kosten, Behandlungszeit und Patientenmorbidität zu reduzieren. Einen sehr fundierten Ausblick, wohin die Reise bei Knochenaugmentationen in der Implantologie gehen könnte und was die Zukunft verspricht, gab PD Dr. Goran Benic.



Prothetik
Die Prothetik-Session am Nachmittag eröffnete Prof. Dr. Irena Sailer mit einem Thema, das ihr besonders am Herzen liegt «Minimalinvasive Zahn-Restaurationen – Was ist möglich und was nicht?». Sie zeigte sehr gute neue Werkstoffe und Technologien, die dabei helfen weniger invasiv vorzugehen. Studien zeigen sehr vielversprechende Ergebnisse. Dr. Stefano Gracis referierte in Mailand über die Wahl rekonstruktiver Materialien in der CAD/CAM-Ära. «Prothetisch-orientiertes Weichgewebe  für Implantat­rekonstruktionen» war das Thema von Prof. Amélie Mainjot aus Liege in Belgien. Sie präsentierte ihr Erfolgskonzept und stellte step-by-step ihre beeindruckenden Ergebnisse vor. Der krönende Abschluss eines wunderbaren Kongresstages war der Vortrag  von Dr. Fidel Ruggia und ZT Damiano Frigerio über «Abnehmbare Prothetik – Neue Technologien für alte Kiefer». «Prothetik ist Teamarbeit, unser Erfolg basiert auf unserer gemeinsamen Strategie. Sicherlich erhöht CAD/CAM die Geschwindigkeit und Standards, aber  man darf nicht vergessen, dass der Mehrwert durch Personalisierung entsteht», so ihr Fazit.

 

Durchweg gute Noten
Das vom wissenschaftlichen Kommitee mit Prof. Dr. Christoph Hämmerle, Prof. Dr. Irena Sailer und Prof. Dr. Giovanni Salvi zusammengestellte wissenschaftliche Programm traf auf sehr grosses Interesse. Das Niveau der Veranstaltung wurde in einer im Nachgang durchgeführten Online-Umfrage durchweg sehr positiv bewertet. Die Vielfalt der Referenten wurde ebenso positiv hervorgehoben wie die kompetente Moderation. Es ist gelungen, den ganzen Tag recht lebendig und abwechslungsreich zu gestalten. Die Erwartungen wurden erfüllt und die Chance, die Vorträge nochmals anzuschauen wurde allgemein als wichtig erachtet, denn das straffe Programm – zehn Stunden an einem Stück mit nur einer kurzen Pause – glich einem Marathon.
Bedauert wurde einzig, dass die Reise nach Lugano ausgefallen ist. Sicherlich bietet das zweite IRED Lugano Symposium am 6./7. Mai 2022 dazu eine neue Gelegenheit.

Forschung und Lehre
Das Institute for Research and Education in Dental Medicine (IRED)  in Lugano ist eine Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Forschung und Lehre in der Zahnmedizin zu fördern. Für den Erfolg des Einzelnen ist die Wissensvermittlung eine wichtige Grundlage. Daraus ist die Idee entstanden, eine Plattform zusammen mit wichtigen Playern aus Universität, Praxis und der Industrie zu schaffen, um vorhandenes Wissen und gesammelte Erfahrungen auszutauschen – ohne politische oder wirtschaftliche Interessen. Ein zweitägiges Symposium in Lugano sollte der erste Treffpunkt sein. Doch dann kam Covid-19. Doch das Engagement wurde nicht ausgebremst, sondern die Initiatoren haben die Krise als Chance genutzt und den 1. Online-Kongress in der Schweiz mit Bravour gemeistert.
Übrigens:  Für alle, die das Symposium verpasst haben – es ist noch nicht zu spät, denn das gesamte Symposium ist weiterhin als Online-Streaming buchbar.

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