Online-Tool für personalisierte UPT-Intervalle bei PA-Patienten

PD Dr. Christoph Ramseier stellt ein neues Formular zur Bestimmung von UPT-Intervallen bei Patienten mit Parodontitis vor: www.perio-tools.com/upt kann kostenlos verwendet werden. Wie damit personalisierte Intervalle bestimmt werden und wie das neue Tool funktioniert, wird im Folgenden Schritt für Schritt erklärt.

 

Das Tool zur Bestimmung des personalisierten UPT-Intervalls

1) Los geht es mit der Eingabe sämtlicher klinischer Befunde – vom Furkationsbefall, über Sondierungstiefen bis hin zu BOP, Plaque-Index und Rezessionen.


Nach den oft und gern genutzten Online-Tools www.parodontalstatus.ch und www.perio-tools.com/pra stellt PD Dr. Christoph Ramseier ein neues Formular zur Bestimmung von UPT-Intervallen bei Patienten mit Parodontitis vor. Ebenso wie die anderen Tools kann www.perio-tools.com/upt  kostenlos verwendet werden. Schritt für Schritt wird erklärt, wie das Tool funktioniert und welchen Nutzen es in der täglichen Praxis bringt.

Eintragen der klinischen Befunde

Bei jedem Termin können die klinischen Befunde erhoben und in das Online-Formular eingetragen werden. Zur Kennzeichnung fehlender Zähne wird im Formular das Feld mit der entsprechenden Zahnnummer angeklickt. Weiter können in Analogie zum Parodontalstatus online (www.parodontalstatus.ch) der Furkationsbefall sowie vorhandene Zahnimplantate im Formular erfasst werden. Die weiteren klinischen Indizes für die Entzündung (Bleeding On Probing, BOP) und die Mundhygiene (Plaque-Index) werden mit sechs Stellen pro Zahn eingetragen. Allfällige Zahnfleischrezessionen können ebenso im Formular eingetragen werden. Die Eingabe der klinischen Daten wird mit der Erfassung der parodontalen Sondierungstiefen abgeschlossen. Der Raucherstatus oder eine allfällige Erkrankung an Diabetes Mellitus wird unten im Formular eingegeben.

Berechnung des vorgeschlagenen UPT-Intervalls
Bei der Erfassung der Sondierungstiefen werden in der mit «Auswertung» bezeichneten Tabelle die entsprechenden Werte automatisch ausgerechnet (Abb. 3). Dies sind die Anzahl der parodontalen Resttaschen von 4 / 5 und ≥6 mm und deren Prozentwerte. Ebenso werden letztere kumulativ zusammengefasst.
Die in der oberen Tabelle grün hinterlegten Werte werden in der daruntergelegenen Tabelle den entsprechenden Zellen zugeordnet. Für jede der drei Spalten (4 mm, 5 mm und ≥ 6 mm) werden jeweils die untersten gültigen Zellen ausgewählt. Das vom Algorithmus vorgeschlagene UPT-Intervall wird schlussendlich von der jeweils obersten ausgewählten Zelle aller drei Spalten (4 mm, 5 mm und ≥ 6 mm) bestimmt (Ramseier et al., 2019).

Direktereingabe der notwendigen Daten
Nach dem Klicken auf die Schaltfläche «Direkt» können die für die Bestimmung des UPT-Intervalls relevanten Befunde alternativ im entsprechenden Formular erfasst werden. Auf diese Weise kann das oben dargestellte Formular umgangen werden.

Auswahl des personalisierten UPT-Intervalls
Neben der Berechnung des vorgeschlagenen (algorithmus-basierten) Intervalls werden ebenso die zusätzlich erhobenen Befunde, wie beispielsweise vorhandene Zahnimplantate, Zähne mit Furkationsbefall, Menge an neugebildetem Zahnstein oder der Raucherstatus hinzugezogen, damit das schlussendlich gewählte personalisierte UPT-Intervall bestimmt werden kann. Neuen Erkenntnissen zufolge, sollte sich die Wahl des UPT-Intervalls nicht allein auf den Grad der parodontalen Entzündung abstützen sondern auch auf die Anwesenheit der Stellen mit erhöhten Sondierungswerten ab 4 mm. Das mit dem hier vorgestellten Online-Formular berechnete UPT-Inter-vall sollte nicht überschritten werden. Solange der Entzündungsindex über dem entsprechenden Schwellenwert liegt, wird das Intervall kürzer gehalten. Erst wenn dieser Schwellenwert unterschritten ist, kann das Intervall wieder bis zum vorgeschlagenen (algorithmus-basierten) Intervall erweitert werden.

Personalisierter Bericht
Als zusätzliches Novum bietet das hier vorgestellte Formular auch die Möglichkeit, nach jeder Datenerfassung einen persönlichen Bericht zu generieren. Das Formular präsentiert hierzu sogar einen QR-Code, der direkt von einem Mobilgerät eingelesen werden kann. Persönliche Daten der Patienten oder der Zahnarztpraxen werden in diesem Schritt nicht erfasst oder an Dritte weitergegeben.

Sicherung der Daten des Online-Tools
In Analogie zum bereits bestehenden Parodontalstatus  unter www.parodontalstatus.ch und zur Parodontalen Risikobeurteilung unter www.perio-tools.com/pra können die mit dem hier vorgestellten Tool erfassten Daten noch nicht auf einer Festplatte gesichert werden. Es wird daher empfohlen, den auf dem Formular vorhandene Button «Drucken» anzuklicken und das Formular direkt auszudrucken oder als PDF auf der Festplatte abzuspeichern.

www.perio-tools.com/upt
 

2) Zur Ermittlung des indizierten UPT-Intervalls können folgende klinischen Befunde in das Online-Formular eingegeben werden: Sondierungstiefen in mm, Furkationen sowie Mundhygiene- und Entzündungs-Index. Ebenso können erfasst werden: Rezessionen, Implantate oder Bemerkungen. Die Tiefe der Furkationen wird mit Kreis (Grad 1), halb ausgefülltem Kreis (Grad 2) und ganz ausgefülltem Kreis (Grad 3) dargestellt.

3) Auswertung der vorhandenen parodontalen Sondierungswerte in der Tabelle links: Angabe der Anzahl und Prozentwerte der Resttaschen ab 4 mm sowie deren kumulativen Summen. Letztere werden in der darunterliegenden Tabelle den entsprechenden Zellen zugeordnet. Das vorgeschlagene UPT-Intervall wird gelb hinterlegt und rechts als Quadrat über einer der Zahlen 3, 4, 6, 9 oder 12 ausgegeben. UPT-Profil oben rechts: Plaque-Index 34 % (blau), Stellen ab 4 mm (hellgrau: 4 mm, dunkelgrau: 5 mm, rot: ≥ 6 mm), sowie das Bluten auf Sondieren 28 % (hellrot). Die gewünschten Schwellenwerte sind als schwarze Balken angegeben bei 20 % für Plaque-Index und 16 % oder 23 % bei Raucher resp. Nichtraucher oder Ex-Raucher (Ramseier et al., 2015). Aus dem Gesamtbild des vorgeschlagenen (algorithmus-basierten) Intervalls und dem vorhandenen UPT-Profil wird das definitive UPT-Intervall (hier 4 Monate) ausgewählt.

4) Die Übersicht der Befunde für Mundhygiene (Plaque-Index) sowie Sondierungstiefen (ST) und Bluten auf Sondieren (BOP) kann als Bilddatei im PNG-Format heruntergeladen werden.

5) Zur Besprechung der Befunde können die Schaltflächen «Taschen», «Knochen» und «Furkation» angeklickt werden. Daraufhin öffnen sich Zusatzbilder, die zur Erklärung verwendet werden können.

6) Zu jedem Zeitpunkt kann der personalisierte Bericht hergestellt und Patienten zugänglich gemacht werden.

Grafiken aus www.perio-tools.com


Kontakt
PD Dr. med. dent. Christoph A. Ramseier, MAS
Universität Bern, zmk Bern
Klinik für Parodontologie
Freiburgstraße 7, CH-3010 Bern
christoph.ramseier@zmk.unibe.ch

www.perio-tools.com/upt

 

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