Praxisführung mit Spiegelneuronen: Spieglein, Spieglein

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die beste Chefin im ganzen Land? Antwortet Ihr Spiegel dann auch wie jener im Märchen: «Frau Chefin, Ihr seid die Beste im ganzen Land!»

Neues zu Spiegelneuronen

Spieglein, Spieglein,....

Und zufrieden starten Sie nach dem morgendlichen Blick in den Spiegel in den Praxis-Alltag... Am Abend zweifeln Sie jedoch, ob der Spiegel tatsächlich die Wahrheit gesprochen hatte, denn Ihr heutiger Tag war anspruchsvoll: Eine Mitarbeiterin hat gekündigt, ein Patient hat sich beschwert, ein Gerät ist ausgefallen, die Hektik gross, die Team-Stimmung auf dem Gefrierpunkt. Dass Sie den Mitarbeitenden gegenüber gereizt reagiert haben, ist verständlich. Und doch wünschen Sie sich, Sie könnten gelassener bleiben, denn Sie wollen eine gute Chefin sein.

Sind Sie ein guter Dirigent?
Was zeichnet eine gute Führungskraft aus? Eine gute Führungskraft ist wie ein Dirigent eines Orchesters. Es reicht nicht, wenn der Dirigent der beste Geiger ist, wenn er die Rolle des Dirigenten nicht erfüllen kann. Sie sind zweifelsohne guter Zahnarzt. Sind Sie auch ein guter Dirigent?
Das zeigen Ihnen Ihre Mitarbeitenden. Haben Sie eine gute Stimmung im Team, wird oft gelacht, ist der Umgangston locker? Wenn die Arbeit allen Spass macht, dann steigt die Leistung aller. Wie können Sie diese als Dirigent beeinflussen? Indem Sie sich bewusst werden, wie Ihre Spiegelneuronen funktionieren.

Erzeugen Sie Resonanz
Spiegelneuronen sind ein Resonanzsystem im Gehirn, das Gefühle und Stimmungen anderer Menschen überträgt und das den Menschen zu einem mitfühlenden Wesen macht. Wie bei einer Gitarre: Wenn wir eine Saite zupfen, dann bringen wir automatisch die anderen Saiten zum Schwingen, wir erzeugen Resonanz. Wir werden mit dem Gefühl des anderen unbewusst angesteckt. Wenn wir beispielsweise jemandem beobachten, wie er sich in den Finger schneidet, so erleben wir selbst einen unbehaglichen Schmerz.
Mitarbeitende, die ihre Chefin beobachten und deren Stimmung wahrnehmen, lassen sich unbewusst davon anstecken. Führungskräfte stehen unter ständiger Beobachtung und deshalb ist es elementar, sich bewusst zu werden, wie es um die eigene Stimmung steht und sich in Selbstbeobachtung und Emotionsregulation zu üben.

Sich selbst reflektieren
Der Arbeitsalltag von Führungskräften ist fordernd und führt zu verschiedensten Emotionen. Die eigenen Gefühle benennen zu können, ist unabdingbar, um Stress-Disbalancen ausgleichen zu können. Führungskräfte müssen lernen, sich selbst ständig zu reflektieren. Ein Chef kann mit seinem Team nur wachsen, wenn er sich der eigenen blinden Flecken bewusst wird. Und diese erkennt man durch Feedback.
Wie oft holen Sie sich aktiv Feedback? Wie wirken Sie auf andere, was wirkt positiv, was wirkt suboptimal? Als Führungskraft bekommen Sie aufgrund des Machtgefälles wenig Feedback. Fragen Sie Ihr Umfeld danach, und freuen Sie sich über die positiven Rückmeldungen wie auch über die Verbesserungsvorschläge, die Sie erhalten werden. Dies setzt eine Vertrauenskultur voraus, die Sie selbst steuern können – mit Ihrem eigenen Feedback Ihren Mitarbeitenden gegenüber. Feedback wird oft als Kritik verstanden. Praxistipp: Üben Sie sich zuerst in positivem Feedback und sobald das gut funktioniert, dürfen Sie gerne zwischendurch auch kritisches Feedback üben.
Es liegt in der Natur der Sache, dass leider zu oft negative Rückmeldungen gegeben werden. Wenn etwas schiefläuft, dann hagelt es Kritik. Wenn etwas gut läuft, wird das als selbstverständlich stillschweigend wahrgenommen. Diesen Mechanismus gilt es umzukehren. Nur durch regelmässige positive Rückmeldungen wird die Akzeptanz von Kritik geschaffen.
Bei so vielen positiven Feedbacks werden Sie immer mehr zum Lachen haben. Sollten Sie eines Abends wieder am Spieglein zweifeln, so schauen Sie sich lächelnd im Spiegelbild an und geben Sie den Spiegelneuronen eine neue Chance!

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