Raum für evidenzbasierte Entscheidungen und offenen Austausch
Ab 2027 steht SnowDent unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Christopher Köttgen und PD Dr. Dr. David Schneider. Im Interview erläutert PD Dr. Dr. Schneider warum die Fortbildung vom 4. bis 6. Februar 2027 auf praxisrelevante Konzepte, kritische Diskussionen und den kollegialen Dialog setzt – und warum St. Moritz dafür den passenden Rahmen bietet.

SnowDent steht ab 2027 unter Ihrer wissenschaftlichen Leitung. Welche Akzente möchten Sie setzen?
Unser Ziel ist es, SnowDent als Plattform für einen ehrlichen fachlichen Austausch weiterzuführen. Wir erleben in der Zahnmedizin eine enorme Dynamik – neue Materialien, digitale Technologien, KI-Anwendungen und ständig neue Behandlungskonzepte. Dabei geht manchmal die Frage verloren: Was funktioniert im Alltag tatsächlich zuverlässig? Wir möchten den Fokus auf evidenzbasierte Entscheidungen legen, ohne die praktische Erfahrung auszublenden. SnowDent soll ein Ort sein, an dem auch Unsicherheiten, Misserfolge und kontroverse Standpunkte offen diskutiert werden können.

PD Dr. Dr. David Schneider aus Zürich.
Es gibt heute zahlreiche Fortbildungen für Zahnärzte. Was macht SnowDent aus Ihrer Sicht besonders?
SnowDent verbindet wissenschaftliche Qualität mit einer aussergewöhnlich offenen Atmosphäre. Die Teilnehmer sitzen nicht in anonymen Kongresshallen, sondern kommen mit Referenten und Kollegen ins Gespräch. Wir pflegen Diskussionen während und nach den Vorträgen, und wenn gewünscht beim gemeinsamen Abendessen oder auf der Skipiste. Diese Nähe ermöglicht einen Austausch, der weit über die reine Wissensvermittlung hinausgeht. SnowDent ist weniger eine klassische Fortbildung als vielmehr ein Forum für kollegialen Dialog. Unvergessen bleiben auch die legendären Hüttenabende. Zudem ist das Programm so konzipiert, dass Zeit für Skifahren und Begleitpersonen bleibt.
Praxisrelevante Konzepte, Techniken und Materialien
Mit welchen Fragestellungen werden sich die Referierenden 2027 beschäftigen?
Wir werden in diesen drei Tagen bzw. Halbtagen verschiedene praxisrelevante Konzepte, Techniken und Materialien beleuchten: Darunter fallen z. B. bioaktive Substanzen in der Wundheilung und in der Geweberegeneration. Auch Okklusionsgestaltung in der Prothetik und die Okklusion selbst werden von verschiedenen Winkeln beleuchtet. Es kreisen bei diesem Thema sehr viele dogmatische Ansichten in den Köpfen. Periimplantitis ist nach wie vor ein verbreitetes Problem in der Zahnmedizin, für das wir, zumindest in fortgeschrittenem Stadium, keine wirklich zufriedenstellende und effiziente Therapie haben. Deren Prävention und Nachsorge stehen am Samstag im Fokus. Nicht zuletzt werden wir diverse klinische Fälle vorstellen und diskutieren.
Welchen Mehrwert nimmt ein Teilnehmer idealerweise nach drei Tagen SnowDent mit nach Hause?
Im Idealfall reist niemand mit einer Liste neuer Produkte nach Hause, sondern mit besseren Entscheidungen. Gute Fortbildung bedeutet nicht, möglichst viele Informationen zu sammeln, sondern Klarheit zu gewinnen. Die Teilnehmer sollen konkrete Impulse für ihre tägliche Praxis erhalten, eigene Behandlungskonzepte hinterfragen und neue Perspektiven kennenlernen. Wenn jemand nach SnowDent sagt: «Ich sehe einige Dinge heute differenzierter als vorher», dann haben wir unser Ziel erreicht.
"Die alpine Umgebung schafft Abstand vom Praxisalltag"
Warum lohnt sich die Reise nach St. Moritz auch persönlich?
Fortbildung lebt von Konzentration und Inspiration. St. Moritz und speziell auch das Suvretta House bieten dafür einen aussergewöhnlichen Rahmen. Die alpine Umgebung schafft Abstand vom Praxisalltag und eröffnet Raum für neue Gedanken. Gleichzeitig entsteht eine besondere Gemeinschaft unter den Teilnehmern. Man lernt Kollegen kennen, tauscht Erfahrungen aus und knüpft Kontakte, die oft weit über die Veranstaltung hinaus bestehen bleiben. Die Kombination aus fachlicher Weiterbildung, persönlichem Austausch und der einzigartigen Bergwelt macht SnowDent zu einem Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.