Ist das die Zukunft des Lernens?
Wie verändert Mixed Reality die zahnmedizinische Lehre? Am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich wurde erstmals eine komplette Vorlesung in einer dreidimensionalen Lernumgebung durchgeführt. Eine Pilotstudie zeigt die Chancen und Grenzen der Technologie.

Am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich (ZZM) wurde erstmals eine komplette Vorlesung mit Mixed Reality durchgeführt.
Eine aktuelle Pilotstudie liefert vielversprechende Erkenntnisse über das Potenzial dieser neuen Lehrmethode. Komplexe Zusammenhänge dreidimensional erleben und Lerninhalte aus neuen Perspektiven betrachten: Mixed Reality eröffnet neue Möglichkeiten, Wissen anschaulich und interaktiv zu vermitteln. Das ZZM gehört zu den ersten zahnmedizinischen Einrichtungen Europas, die eine vollständige Vorlesung mit dieser Technologie durchgeführt haben. Entwickelt und umgesetzt wurde das Lehrkonzept von Prof. Dr. Murali Srinivasan, Direktor der Klinik für Alters- und Special-Care-Zahnmedizin. Statt einer klassischen Präsentation erlebten die Studierenden eine 30-minütige Lehrveranstaltung zum Thema Kaueffizienz in einer dreidimensionalen Umgebung. Zum Einsatz kamen Meta Quest 3/3S-Headsets und eine innovative digitale Plattform.
Studie veröffentlicht
Ein Forschungsteam um Sara Marton und Murali Srinivasan untersuchte die neue Lehrmethode in einer Pilotstudie mit 20 Studierenden. Erfasst wurden unter anderem das Präsenzempfinden, die Motivation und die körperliche Verträglichkeit.
Die 2026 im Journal of Dentistry veröffentlichten Ergebnisse fallen überwiegend positiv aus. Die Teilnehmenden berichteten über ein ausgeprägtes Gefühl, sich tatsächlich in der virtuellen Umgebung zu befinden. Auch die wahrgenommene eigene Kompetenz erreichte hohe Werte. Allerdings zeigten sich gewisse Einschränkungen: Bei neun Teilnehmenden stiegen die Werte
für simulatorbedingte Beschwerden an. Insbesondere Müdigkeit und Augenbelastung nahmen signifikant zu. Die Ergebnisse deuten auf eine hohe Akzeptanz der neuen Lehrmethode hin. Ob Mixed Reality zu besseren Lernergebnissen führt, bleibt jedoch offen. Dafür sind weitere Studien mit grösseren Teilnehmergruppen und objektiven Leistungsmessungen erforderlich.
Dennoch liefert das Zürcher Pilotprojekt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der zahnmedizinischen Ausbildung. Als Ergänzung bewährter Lehrmethoden könnte Mixed Reality künftig eine wichtige Rolle spielen.
Hier geht es zum veröffentlichten Artikel (doi: 10.1016/j.jdent.2026.106885): https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0300571226005555?via%3Dihub