20. Sept. 2017

Die beste Zahnarztpraxis der Welt?

Carmen Bornfleth
Kann man die Ansprüche an sich selbst zu hoch schrauben? Jeder Zahnärztin und jedem Zahnarzt mit eigener Praxis steht es frei, die unternehmerischen Ambitionen nach eigenem Ermessen zu definieren. Aber wer sich mit Mittelmass begnügt, wird früher oder später vom Markt bestraft, und das kann sich eine echte Unternehmerin, ein echter Unternehmer kaum wünschen. Warum also nicht die Messlatte immer wieder etwas höher legen?

Umdenken

An Ansatzpunkten fehlt es nicht. Der erste und wichtigste ist auf der mentalen Ebene angesiedelt: Patienten sind Kunden: Dieses neue Bild des Patienten muss sich in den Köpfen des Praxisteams fest verankern. Wer den Patienten nicht als duldendes Wesen behandelt, sondern als Person, die für eine Marktleistung bezahlt, geht mit einer ganz anderen Einstellung auf ihn zu. Der Dialog findet auf Augenhöhe statt. Der Patient fühlt sich ernst genommen. Was er damit honoriert, dass er zur Zahnarztpraxis eine emotionale Bindung aufbaut. So fängt Kundentreue an.

Sinnvolles Tun ermöglichen

Ein weiterer Ansatzpunkt, der eng mit dem erstgenannten zusammenhängt, betrifft die Personalführung. Nur motivierte Mitarbeitende kümmern sich mit Engagement und Hingabe um das Wohl der Patientinnen und Patienten. Wenn es bei der Motivation hapert, liegt das überraschenderweise weniger am als bescheiden empfundenen Salär oder an mangelnder Anerkennung. Hauptursache ist vielmehr, dass schlecht motivierte Mitarbeitende in ihrer Arbeit zu wenig Sinn erkennen. Der österreichische Neurologe und Psychi-ater Viktor Frankl formulierte es philosophisch: «Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.» Wenn wir diesen Satz auf den Boden der Realität in der Unternehmensführung herunterbrechen, bedeutet er: Lassen Sie Ihre qualifizierten Mitarbeitenden Sinnvolles tun. Beschäftigen Sie Ihr Team mit Aufgaben, die Wirkung erzeugen, indem sie für Ihre Zahnarztpraxis Mehrwert generieren. Nur so rechnen sich notabene die Personalkosten. Mehrwert generieren heisst nicht administrieren, sondern sich mit aller Kraft der Patientenbetreuung widmen.

Automatisieren

Administration ist das Stichwort für den nächsten Ansatzpunkt: die Automation. Oder im IT-Jargon ausgedrückt: Digitalisierung End to End. Zahnarztpraxen, die die gesamte Wertschöpfungskette in den elektronischen Workflow einbeziehen, sind nicht nur behandlungstechnisch, sondern auch betriebswirtschaftlich gut unterwegs. Lücken gibt es beispielsweise mancherorts im Bereich des Honorar-Managements, obwohl dieses problemlos an jedes Praxis-Software-System angebunden werden könnte. Die Integration des Honorar-Managements in den digitalisierten Datenfluss ist allerdings nur auf den ersten Blick eine technische Angelegenheit. Vielmehr ist auch diese Massnahme ein Wertschöpfungsfaktor erster Güte. Zum einen, weil ein effizient organisiertes, respektive professionalisiertes Honorar-Management den Mittelfluss sicherstellt, zum zweiten, weil es die Zahnarztpraxis vor Debitorenverlusten schützt und drittens, weil in diesem Bereich Servicepotenzial schlummert. Zum Beispiel in Form von kundenfreundlichen Zahlungsmodellen für zahnmedizinische Behandlungen.

Sich mit dem Wettbewerb messen

Weitere Ansatzpunkte für die Verbesserung Ihrer Marktleistungen finden Sie möglicherweise, wenn Sie beim Jahresabschluss die aktuellen Kennzahlen mit denjenigen des Vorjahres vergleichen. Und wenn Sie sich im Bereich des Honorar-Managements und des Mittelflusses mit der Konkurrenz messen wollen, ist auch das kein abwegiger Gedanke. Die entsprechenden Kennzahlen lassen sich beschaffen und bilden eine gute Grundlage für allfällige Optimierungsmassnahmen.

Die beste Zahnarztpraxis der Welt? Es ist diejenige, die sich bemüht, jeden Tag ein bisschen besser zu werden.
 

Kontakt
Thomas Kast
Geschäftsführer der Zahnärztekasse AG
Tel. +41 43 477 66 66 
kast@zakag.ch 
www.zakag.ch