9. Feb. 2026

5. SWID Summit: Netzwerk, Leadership und fachliche Exzellenz

Starke Frauen, starke Netzwerke, starke Zahnmedizin: Beim 5. SWID Summit in Zürich kamen am 22. Januar 2026 rund 55 Mitglieder von Swiss Women in Dentistry zusammen, um Bilanz zu ziehen, Ausblicke zu diskutieren und sich fachlich auf den neuesten Stand zu bringen. Die Veranstaltung bot Einblicke in Praxisführung, provisorische Versorgungen und Retention nach kieferorthopädischen Behandlungen – und zeigte einmal mehr, wie wichtig Vernetzung und gegenseitige Unterstützung in der Zahnmedizin sind.

SWID Gruppenbild SWID Summit 2026
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Am 22. Januar 2026 fand im Raum 312 der Gleisarena Zürich der 5. SWID Summit von Swiss Women in Dentistry statt. Die Veranstaltung begann um 17.30 Uhr mit der Generalversammlung des noch jungen, aber stetig wachsenden Vereins. Präsidentin Dr. Dr. Sandra Fatori begrüsste die 55 angemeldeten Mitglieder. Nach der Abarbeitung der Traktandenliste wurde das Protokoll des Vorjahres einstimmig genehmigt. Einen Einblick in die Zahlen gab Kassierin Dr. Dr. Spring Liu.

Rückblick und Ausblick

Der Rückblick auf das Vereinsjahr 2025 fiel durchweg positiv aus. Nach dem SWID Summit im Januar folgte am 8. März ein Anlass zum Internationalen Frauentag. Im Mai nahmen zahlreiche Mitglieder am Straumann Discovery Day in Basel teil, bevor im Juni der SWID-Kongress stattfand (wir haben in der ZZS September 2025 berichtet). Ein eigens produzierter Film vermittelte eindrücklich die besondere Atmosphäre, den Zusammenhalt und das Engagement innerhalb des Vereins und des Vorstandsteams. Zum Jahresabschluss folgte ein stimmungsvoller Xmas-Apéro.

Zentrale Werte

Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung sind zentrale Werte von SWID. Die Mitgliederstruktur ist vielfältig: selbständig oder angestellt tätige Zahnärztinnen, Implantologinnen, Kieferorthopädinnen, Berufseinsteigerinnen ebenso wie sehr erfahrene Zahnärztinnen. Ziel des Vereins ist es, Frauen in der Zahnmedizin gezielt zu vernetzen, den fachlichen Austausch zu fördern und mehr Zahnärztinnen für Weiterbildung und Führungspositionen zu begeistern.
«Unsere Reise geht weiter – eine für alle, alle für eine. Wir leben Networking», so Dr. Dr. Sandra Fatori. «Ein Verein ist mehr als die Summe seiner Mitglieder – er ist ein Ort, an dem Visionen geteilt und Ziele gemeinsam erreicht werden.»
Seit der Gründung im Jahr 2019 haben sich die Mitgliederzahlen erfreulich entwickelt. Heute zählt SWID über 150 Mitglieder, allein über 30 Neuzugänge kamen im Jahr 2025 hinzu. Auch die digitale Community wächst: Die Reichweite auf Instagram nahm deutlich zu, über WhatsApp-Gruppen und die Vereinswebsite bleiben die Mitglieder ganzjährig miteinander in Kontakt und unterstützen sich gegenseitig mit Rat und Erfahrung. Die Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig unter Applaus.

Termine 2026/2027

Ein Ausblick auf das Jahr 2026 zeigte ein dichtes Programm: Am 20. März 2026 ist in Bern das gemeinsame «Get-together» mit den Swiss Dental Hygienists geplant – ein ganztägiger Gemeinschaftskongress unter dem Motto «YES, we can!», der den interprofessionellen Austausch fördern soll. Am 20. Juni 2026 folgt der nächste SWID-Kongress in der Fernfachhochschule Schweiz in Zürich. Der 6. SWID Summit ist für den 21. Januar 2027 vorgesehen, der 7. SWID Summit für den 17. Juni 2027.

Die Profitcenter-Rechnung

Im Anschluss an die Generalversammlung begann das Fachprogramm. Roger Weber von der Firma Primetrust gab einen praxisnahen Einblick in die Profitcenter-Rechnung als Instrument der Praxisentwicklung. Viele Zahnarztpraxen, so Weber, arbeiten noch mit veralteten buchhalterischen Abläufen und nutzen betriebswirtschaftliche Kennzahlen kaum für strategische Entscheidungen. Die Profitcenter-Rechnung ermöglicht es, das interne Betriebsergebnis einzelnen Leistungserbringern oder Verantwortungsbereichen zuzuordnen. Besonders in Gemeinschafts- und Mehrbehandlerpraxen schafft sie Transparenz über Produktivität, Profitabilität und Deckungsbeiträge. Gemeinkosten werden über definierte Verteilschlüssel umgelegt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können für Zielvereinbarungen, unternehmerische Delegation und sogar Erfolgsbeteiligungsmodelle genutzt werden – mit positiver Wirkung auf Motivation, Loyalität und Identifikation der Mitarbeitenden mit der Praxis.

Provisorien für den Erfolg

Aus Madrid angereist war die nächste Referentin Dr. Alba Forteza López. , Ihr eindrücklicher Vortrag: «Show me your provisionals and I’ll figure your expertise.» Anhand zahlreicher klinischer Bilder zeigte sie die zentrale Bedeutung provisorischer Versorgungen. Biologisch dienen Provisorien der Weichgewebsstabilisierung und müssen Heilungszeiten respektieren; zum Schutz des Hartgewebes empfahl sie die intraorale Unterfütterung provisorischer Restaurationen. Mechanisch stehen Okklusion und Funktion im Fokus, mit einer schrittweisen Anpassung und implantatgeschützter Okklusion. Ästhetisch und phonetisch sollte das Provisorium bereits die definitive Versorgung antizipieren und als Vorlage für das finale Material dienen. Sie verwies unter anderem auf Studien von Dr. Eduardo Anitua, dem Entwickler des BTI Implantats. Anhand von Patientenfälle stellte sie ihren strukturierten klinischen Workflow vor. Bereits nach 15 bzw. 30 Tagen zeigten sich überzeugende Ergebnisse. Ihr Fazit: «Wenn das Provisorium passt, ist auch die finale Lösung perfekt.»

Retention nach kieferorthopädischer Behandlung

Den Abschluss bildete der Vortrag von Dr. Nathalie Millot, dipl. Fachzahnärztin für Kieferorthopädie im zahnarztzentrum.ch Zürich West und SWID-Vorstandsmitglied seit 2019. Ihr Thema: «Retention – was passiert nach der kieferorthopädischen Behandlung?» Nach einer Definition der Retention erläuterte sie die biologischen Grundlagen der Rezidivneigung. Zähne sind über den Faserapparat miteinander verbunden, weshalb es immer zu einer gewissen Zurückfederung kommt – insbesondere in der Unterkieferfront, die eine besonders hohe Rezidivgefahr aufweist. Vorgestellt wurden festsitzende und herausnehmbare Retentionsgeräte sowie kombinierte und individuell angepasste Konzepte. Entscheidend für den Langzeiterfolg sei eine konsequente Retentionsplanung, regelmässige Kontrollen und die Mitarbeit der Patientinnen und Patienten. Die Take-home-Messages waren klar: Retention ist essenziell, Rezidive sind biologisch bedingt, ein Standardprotokoll gibt es nicht – häufig ist eine lebenslange Retention sinnvoll.

Netzwerken und Apéro

Nach drei intensiven Stunden endete der 5. SWID Summit mit dem Besuch der Industrieausstellung im Foyer und einem gewohnt genussvollen Apéro – ganz im Sinne des SWID-Gedankens von Austausch, Netzwerk und Gemeinschaft.


www.swisswomenindentistry.ch